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Japanische Popkultur

Mind Game: Gott ist tot

Ein Taugenichts verliebt sich in ein Mädchen mit großen Brüsten und wird bei einem Überfall in den Arsch geschossen. So normal beginnt Mind Game, der, sagen wir mal, bewusstseinserweiternde Anime von Robin Nishi und Masaaki Yuasa. Nach dem unrühmlichen Ableben trifft der junge Mann dann auf einen körperlich ziemlich instabilen Gott, der ihm mit magischen Riesenbildschirmen und Spiegeln eine zweite Chance ins Leben verpasst.
Mind Game: Gott ist tot
Mind Game: Gott ist tot

Mind Game

Gott ist
tot

Marcel Winatschek
Marcel Winatschek

Ein Taugenichts verliebt sich in ein Mädchen mit großen Brüsten und wird bei einem Überfall in den Arsch geschossen. So normal beginnt Mind Game, der, sagen wir mal, bewusstseinserweiternde Anime von Robin Nishi und Masaaki Yuasa. Nach dem unrühmlichen Ableben trifft der junge Mann dann auf einen körperlich ziemlich instabilen Gott, der ihm mit magischen Riesenbildschirmen und Spiegeln eine zweite Chance ins Leben verpasst.

Die nutzt er, flieht mit einer gescheiterten Schwimmerin und ihrer burschikosen Schwester vor Gangstern, Comic-Figuren und hässlichen Franzosen und erzählt währenddessen die Geschichte einer gestrandeten Weltraum-Crew, die sich von dem Dung eines extrem tollpatschigen Aliens ernähren muss und irgendwann merkt, dass ihre einzige Chance aus dem Dilemma der vaginale Ausgang einer auf der Toilette sitzenden Japanerin ist.

Mind Game: Gott ist tot

Die kunterbunt zusammengewürfelte Bande landet irgendwann im Bauch eines Wals, trifft auf einen schrulligen alten Mann und entdeckt bald ihren eigenen Sinn des Lebens, der so fernab der Realität ist, dass Logik nur noch eine untergeordnere Rolle spielt.

Weil ich zu dumm zum Kiffen war und mein bewusstseinserweiternder Kakao auch nicht so richtig zünden wollte, musste ich gestern Nacht die Grenzen meiner Gedankenwelt auf andere Art und Weise versetzen und zog mir Mind Game vom japanischen Studio 4°C hinein, die sich auch für Batman Gotham Knight und Animatrix verantwortlich zeigen.

Mind Game: Gott ist tot

Nishi ist ein 20-jähriger Loser, der davon träumt, Comiczeichner zu werden. Eines späten Abends trifft er in der U-Bahn auf seine Jugendliebe Myon. Sie erzählt Nishi, dass sie demnächst heiraten wird. Nishi hat Flashbacks vom Austausch von Liebesbriefen und Nachrichten mit Myon und fantasiert davon, ihr seine Liebe zu erklären, aber in Wirklichkeit sagt er nichts.

Sie gehen in das Yakitori-Restaurant ihres Vaters und treffen dort Myons Vater und ihre ältere Schwester Yan. Nishi trifft auch Myons Verlobte, Ryo. Zwei Yakuza-Gangster kommen herein, Atsu und ein älterer Yakuza, den Atsu Aniki nennt. Sie sind auf der Suche nach Myons Vater, der sich unter dem Tisch versteckt hat, als die Gangster hereinkamen. Atsu ist hinter ihm her, da er Atsus Freundin verführt und gestohlen hat.

Mind Game: Gott ist tot

Als Atsu Myon mit einer Pistole bedroht, schreitet Ryo ein und versucht, Atsu zu schlagen, wird aber stattdessen selbst niedergeschlagen. Atsu bereitet sich daraufhin darauf vor, Myon zu vergewaltigen, der daraufhin Nishis Namen ruft. Atsu wendet sich an Nishi, der verängstigt zu einem Ball zusammengerollt ist, und setzt seine Pistole an Nishis Anus. Atsu feuert, als Nishi endlich den Mut aufbringt, zu schreien: "Ich werde dir wehtun!", und tötet ihn damit auf der Stelle. Der ältere Yakuza, beleidigt durch Atsus mangelnde Beherrschung, erschießt ihn und bestellt dann nonchalant das Abendessen.

Nishi erwacht in einer Art Vorhölle, in der er einem Wesen begegnet, dessen physisches Abbild sich jeden Bruchteil einer Sekunde verändert: Kami-sama. Gott. Kami-sama weist Nishi an, durch ein rotes Portal zu gehen, wo er verschwinden wird, aber im letzten Moment rennt Nishi zum gegenüberliegenden blauen Portal, um ins Leben zurückzukehren. Kami-sama ist beeindruckt von Nishis schierem Lebenswillen und lässt ihn deshalb entkommen.

Mind Game: Gott ist tot

Schnellwechselnde Szenen, harte Schnitte und eine bescheuerte Story, gepaart mit grellen Farben und unterschiedlichsten Zeichenstilen, brachten meinen Kopf zum Platzen und schafften es mich mit einem Feuerwerk aus Kreativität und Inspiration so zu verwirren, dass ich anschließend in einer embryonalen Stellung auf dem harten Boden lag und mir wünschte, Gott wäre mein neuer bester Freund.

Wer mutig ist und sich nicht immer nur bei Disneys Alice im Wunderland und der Rocky Horror Picture Show die Birne wegballern möchte, der darf sich ruhig einmal an diesem japanischen Animationswerk versuchen und dadurch auf eine bildgewaltige Odyssee von Robin Nishi und Masaaki Yuasa durch eure Fantasie gehen. Für Komplettnüchterne ist der Streifen zwar nicht geeignet, alle anderen werden aber ihre pure Freude an Mind Game haben. Nishi, Gott und dicke Titten forever.

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Der Text stammt von Marcel Winatschek
Die Bilder stammen von Studio 4°C und Rapid Eye Movies
Der Artikel erschien in der Kategorie Filme mit den Themen Animatrix, Anime, Asien, Blu-rays, Cartoons, Comics, Crunchyroll, Drogen, Fernsehen, Frauen, Japan, Joji Shimaki, Jungs, Kenichi Chujo, Koji Imada, Manga, Masaaki Yuasa, Mia Diekow, Milena Karas, Mind Game, Mädchen, Männer, Netflix, ProSieben, ProSieben Maxx, Rintaro Nishi, Robin Nishi, Sayaka Maeda, Seiko Takuma, Seiyu, Soundtracks, Studio 4°C, Takashi Fujii, Tobias Schmidt, Tokio, Tomomitsu Yamaguchi, Toshio Sakata, YouTube und Zeichentrick
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